Zwei anstrengende Wochen liegen hinter mir, doch alles von vorne.
Angefangen hat das ganze am Montag vor einer Woche. Auf den Mittag einrücken, am Nachmittag dann weiteren Vorbereitungen auf die Inspektion.
Am Dienstag haben wir uns dann zuerst mit einem praktischen Ausbildungsrapport und dem ‘ausprobieren’ unseres Konzeptes begonnen, und am Nachmittag die Übungen einmal durchgespielt. Am Abend gabs dann den Ausbildungsrapport 1 mit den Unteroffizieren, inspiziert durch Vertreter des Lehrverbandes. Ging einigermassen gut, auch der darauffolgende Ausbildungsrapport 2 lief einigermassen gut.
Der ZAP am nächsten Tag war dann aber leider nicht mehr das, was der Brigadie sehen wollte. Wir haben aber trotzdem unser bestes gegeben. Eigentlich wäre dann geplant gewesen, denn gesamten morgen am ZAP zu arbeiten, und erst am Nachmittag die Fachspezifischen Dinge anzuschauen. Durch einen Abbruch des ZAP musste ich etwas ‘unvorbereitet’ meine Theorie über den Brandschutz in einer Anlage halten. Kam dann wenigstens gut, und am Nachmittag war dann noch eine Ausbildung Schutz (Übung) auf dem Programm, welche ebenfalls sehr gut gelaufen ist. Im gesamten wurde die Inspektion dann mit einer 2 bis 3 beurteilt. Eigentlich nicht das was wir erwartet hatten, aber immerhin.
Die darauffolgenden Tage waren wir dann von der Umwelt wie abgeschnitten. Wir bekamen so gut wie nichts davon mit über, und wenn, dann nur Ausschnittsweise.
Am Donnerstagmorgen durften wir wieder einmal gefechtsmässig durch den Wald gehen, und uns danach selber das Mittagessen zubereiten. Danach gings mit dem Velo 80km von St-Maurice Richtung Moudon. Ja, es war ein Scheiss Stück dort hinauf. Morgens um ca. viertel vor drei sind wir dann irgendwo in Moudon angekommen. Und gingen dann schlafen bis ca. 0600 Uhr. Weiter verlief der Tag einigermassen angehnem, zuerst den Militärspital ansehen, später dann MP5 schiessen in der KD Box…
Bevor wir am Abend dann in Richtung Plaffeien aufgebrochen sind, zuerst motorisiert, danach ‘nur’ noch mit Velos bewaffnet. 30km betrug die Distanz die es zu überwinden galt, auch das wurde geschafft. Und wir kamen kurz vor 3 Uhr in Plaffeien an, durften uns diesesmal etwas länger ausruhen. Um kurz vor 12 wurden wir dann wieder geweckt.
Diesen Tag (es war übrigens bereits Samstag) verbrachten wir mit einer Entschlussfassungsübung die einige Dinge zu Tage brachte. Am Abend durften wir dann etwas früher schlafen gehen (ca. 2330) bevor wir am nächsten Tag bereits um 0430 wieder geweckt wurden. Der wohl längste Tag in meinem militärischen Leben begann. Nach dem obligaten aufräumen der Anlage wurden wir nach Gruyere verschoben von wo aus es losging. Zuerst mit einer kleinen Einführung wieso das diese Orte so fest belagert sind, und warum man das so gemacht hat. Zugehört hab ich nicht richtig, dafür war es zu kalt, und ich zu knapp angezogen.
Darauffolgend ging es dann auch schon los.
Um ca. 0700 starteten wir unsere 100km in Richtung Unterwallis bis nach Dailly. Zu beginn war es noch etwas kühl, es änderte sich jedoch mit jeder Minute mit der wir unterwegs waren. Zur mitte hin war wohl das schönste Wetter was man sich für einen 100km wohl wünschen kann, sonnig aber nicht zu warm. Wie gesagt: Genau richtig. Zur Abendszeit erreichten wir Chateau Chillon mit einem Verpflegungsposten wo ein weiterer Gegenstand aus unserem Gepäck abgegeben werden konnte. Nach Villeneuve ging es dann das Rhonetal hinauf. Was sich zuerst als flach und einfach herausstellte wurde mit der Zeit zur Qual. Man hatte das Ziel vor Augen (eine ‘Erhöhung’ über St-Maurice die von weit her sichtbar ist) kam der ganzen angelegenheit aber nicht näher.
Auf der Höhe von Bex begann es dann zu winden, da waren wir ca. bei Kilometer 80 und einer Zeit von ‘knapp’ 16 Stunden. Der Wind wurde mit der Zeit noch stärker, so dass man das Gefühl haben konnte, es laufen ein paar besoffene Richtung St-Maurice, weil es immer wieder von verschiedenen Seiten windete mussten wir das mit den entsprechenden Schritten ausgleichen. In Lavey (Front – Bastionne, der Tankstelle im Tal) gab es einen letzten Halt vor dem Aufstieg der noch ca. 10km in Anspruch nahm dazu kamen noch die ca. 1000 Höhenmeter welche das seine dazu beitrugen. Die Zeit war uns dort egal. Wir hatten noch mindestens 5 Stunden zur Verfügung.
Wir schafften es dann aber doch, noch vor 0700 in Dailly anzukommen, unter anderem auch mit der Hilfe des Leiters 100km, dem Hauptmann Janka – C Kaderschule 35. Ich denke ohne ihn hätten wir das kaum geschafft.
Um ca. 0245 kamen wir dann in Dailly an. Überglücklich alle die 100km geschafft zu haben, und nur noch auf eins aus: Bett und schlafen. Zuerst gab es aber eine ‘Siegesfeier’ im kleinen Rahmen bevor wir ins Bett durften. Nach duschen und Zähneputzen (auf die Zimmerordnung achteten wir nicht mehr) ging ich dann um 0400 schlafen, und diesmal erwachte ich bereits um 1115 wieder von selbst und wir sprachen gemeinsam über diverse Dinge die wir erlebt hatten.
Der Nachmittag des letzten Montags gestaltete sich mit einer Rückgabe des Korpsmat und der PD an den verschiedenen Dingen. Am Abend hatten wir Zeit zu unserer Verfügung und wir bauten uns ein eigenes Kino im Zimmer. Ziemlich gemütlich schauten wir danach Transformers bis in die späte Nacht hinein.
Der nächste Tag war der Besuch des Flughafen Genf, wo wir die Sicherheitsmassnahmen anschauen durften. Und am Mittwoch dann der Besuch des CHUV in Lausanne, wo wir etwas durch die Anlage geführt wurden. Am Mittwochnachmittag die Vorbereitung zur Waffeninspektion und am Abend dann die Inspektion selbst. Am Donnerstagmorgen durfte ich mit der Unteroffiziersschule nach Aigle fahren um die WEMA an den Fahrzeugen durchzuführen. Von 6 heruntergefahrenen Fahrzeugen konnten wir zwei wieder mitnehmen. Lediglich die VW Busse konnten zurück, unser Fahrzeug stand schon dort, und musste nur noch abgegeben werden. Da es einen Schaden am Getriebe hatte wurde dies schon einen Tag zuvor dahin gebracht.
Am Donnerstagnachmittag dann der langersehnte Moment: Die Beförderung in unseren nächsten Grad: Oberwachtmeister. Damit werden wir uns die nächsten 14 Wochen schmücken können, bevor wir zu Leutnant’s befördert werden.
Das Abendessen fiel einmal etwas anders aus, à discretion in einem guten Restaurant in Aigle essen und trinken so viel man konnte. Wir genossen denn Abend sichtlich.
Um 2300 stand die Verschiebung auf dem Programm. Die OS hatten den Auftrag erhalten oben in der Unterkunft dann für Ordnung zu sorgen, die Unteroffiziersschule verhielt sich aber ruhig so das wir nicht eingreifen mussten. Die jetztigen Offiziere der RS schauten noch kurz vorbei und wir wechselten ein paar Worte. Um 0005 holten diese dann die UOS dann noch einmal aus dem Bett um zu gratulieren und viel Glück zu wünschen.
Am Freitagmorgen gestaltete sich das abtreten etwas anders. Wir hatten keine Fahrzeuge mehr, also musste die RS welche stellen, und da diese nicht kamen, nutzten die Unteroffiziere die Zeit um sich ein wenig Schnee an die Köpfe zu werfen…
Die OS ist seit gestern morgen offiziel beendet. Ich werde nun in den praktischen Dienst gehen wo das gelernte umgesetzt werden soll. In einer Woche beginnt der KVK, bis dahin haben wir Ferien…
Leider weiss ich noch nicht, wo ich genau eingeteilt sein werde, einige Dinge geben mir aber die Ansicht das ich mit grösster wahrscheindlichkeit Zugführer Fahrer werde, die Anmerkung eines Adujtant hat mal in diese Richtung gezeigt…
So, jetzt bin ich fertig und muss weiter. Man sieht sich.
Meld mi ab.




